Wenn ich wieder klein bin - Eine Erinnerung an Janusz Korczak 

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"Wo bin ich gewesen, als ich noch nicht auf der Welt war? Was geschieht in der Nase wenn man niest? Kommt die Milch in der Brust auch von der Kuh? Ist das wirklich da, was man träumt oder sieht das nur so aus?"

All diesen Fragen von Kindern ging der polnische Kinderarzt und Pädagoge Janusz Korczak, mit bürgerlichem Namen Henryk Goldszmit, Zeit seines Lebens nach. Über 30 Jahre leitete er das jüdische Waisenhaus in Warschau. 30 Jahre Dienst an den Kindern, Jahre die ausgefüllt waren vopn Kinderlachen und Hunderten kleinen Pflichten.

 "Wenn ich mit Kindern zusammen bin dann leiste ich ihnen Gesellschaft und sie mir. Wir sprechen miteinander oder auch nicht. Es ist meine und ihre Stunde, wenn wir zusammen sind; unsere gemeinsame gute Lebensstunde die meine und die ihre. Und eine, die nie wiederkehrt."

Kinder wurden von ihm immer als vollwertige Menschen angesehen, die das Recht auf die Berücksichtigung ihrer Wünsche und Neigungen haben: "Das Kind wird nicht erst ein Mensch, es ist schon einer." Und Korczak verstand wie kein Zweiter: "ohne eine heitere, vollwertige Kindheit verkümmert das ganze spätere Leben."

Spiel: Pavel Möller-Lück | 75 Minuten - ab 12 Jahren

Janusz Korczak gabe seine erfolgreiche Arzt-Karriere auf um sich ganz und gar den Kindern zu widmen. Doch die Herrschaft der Nationalsozialisten warf ihre Schatten voraus. 1940 zog Korczak mit dem Waisenhaus ins Warschauer Ghetto, wo sie von katastrophalen Lebensbedingungen erwartet wurden. Trotz widrigster Bedingungen schaffte er es, sich immer wieder schützend vor "seine" Kinder zu stellen. Sie sollten keine Angst haben müssen vor dem was passieren würde. Doch auch er konnte sie schlussendlich nicht beschützen.

Als Schriftsteller von pädagogischen Schriften und Romanen war er in ganz Polen bekannt. Im August 1942 begleitete er seine zweihundert Zöglinge freiwillig aus dem Warschauer Ghetto in das deutsche Vernichtungslager Treblinka, wo sich seine Spur verliert.

Inszenierung: Pavel Möller-Lück, Burkhart Siedhoff, Barbara Schmitz-Lenders
Figuren und Objekte: Mechtild Nienaber, Barbara Schmitz-Lenders, Tobias Lahode

"Wenn ich wieder klein bin ist der geglückte Versuch, zurückzukehren in die Kindheit, zur Weltsicht, zu Fragen, die diese wohl wichtigste Lebensepoche kennzeichnen. Dabei gelingen ihm (P. Möller-Lück) so unglaubliche Bilder, dass den jugendliche Zuschauern der Mund offen bleibt vor Staunen."
Süddeutsche Zeitung (Sabine Zaplin)
Mit Unterstüzung des Landes Niedersachsen, der Stadt Oldenburg, der Niedersächsischen Lottostiftung und der Oldenburgischen Landesbank

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